UNICUM PressemitteilungBochum. Die bekannte Autorin und Datenschutzaktivistin Juli Zeh zeigt sich im Interview mit dem Campus-Magazin Unicum (Ausgabe 08/09_2014) zuversichtlich, dass beim Thema Datenschutz Bewegung in die Politik kommt: „Ich weiß aus Ministerkreisen, dass viele dort gerade anfangen, sich für das Thema zu erwärmen, und dass die Politiker selbst wissen, dass der momentane Zustand unhaltbar ist.“

Angesichts des NSA-Skandals und der Datensammelleidenschaft von Facebook, Google und Co. fordert Juli Zeh eine Verbraucherschutzgesetz-gebung für den digitalen Markt. „Jede Behauptung, das ließe sich auf digitale Produkte nicht übertragen, stammt von Leuten, die gegen Regulierungen sind. Also meistens von den Lobbyisten der Konzerne selbst.“ Ein schlechtes Zeugnis stellt Zeh allerdings auch der Bundeskanzlerin aus: „Frau Merkel, das sieht man etwa beim Atomausstieg, wartet gerne so lange, bis es nicht mehr anders geht, bevor sie sich bewegt.“

Die Folge des bisherigen Stillstands sei eine Resignation in Teilen der Gesellschaft, wenn es um den Handel mit digitalen Personendaten geht: „Viele denken: Dieser Entwicklung stehen wir hilflos gegenüber. Um diesen Druck loszuwerden, dieses Anrennen gegen die Übermacht, legen sich viele eine „Egal“-Haltung zu.“ Zugleich fehle immer noch das Bewusstsein für die Tragweite des Datenhandels: „Momentan wird quasi permanent gestohlen, ohne dass jemand diesen Diebstahl überhaupt bemerkt.“

Das komplette Interview gibt es in der Online-Version der aktuellen UNICUM: UC_08/09_2014

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